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Snoopy's traurige Geschichte
Es hat sehr lange gedauert bis ich imstande war, über Snoopy zu reden. Ganz genau genommen wissen wir bis heute nicht, woran er eigentlich starb. Meine Tochter hatte sich gemeinsam mit ihrem damaligen Lebens(abschnitts)-Gefährten für die Anschaffung von Katzen entschieden und Snoopy in ihre Wohnung geholt. Wenig später kam Sally hinzu, ein Katzenkind aus dem Tierheim. Wie es nun manchmal so geht, ging die Beziehung in die Brüche und meine Tochter zog mit beiden Katzen aus. |
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| Snoopy veränderte sich. Irgendwie schien seine kleine Seele zu leiden und wir konnten nicht herausfinden, was genau die Ursache war. Vielleicht war es Eifersucht auf die kleine Sally (dieser Meinung war ich) oder Sehnsucht nach dem Ex-Herrchen. Oder war es eventuell die neue Umgebung? Entweder zog er sich zeitweise völlig zurück oder er benahm sich wie ein schwer erziehbarer Rüpel. Jedenfalls wurde meine Tochter nicht mehr recht mit ihm fertig und bat mich, ihn für eine gewisse Zeit aufzunehmen. | |||||||||||||||
| Snoopy und ich waren sofort ein Herz und eine Seele, es schien die große Liebe zu sein. Meine Tochter sagte oft, daß sie nie zuvor so eine innige Bindung zwischen Mensch und Tier gesehen hat. Ich bin berufstätig und Snoopy war tagsüber alleine zu Hause, aber das schien ihn nicht zu stören. Er blühte als Einzelkatze richtig auf. Am Abend jedoch wich er nicht mehr von meiner Seite und wir verstanden uns ohne Worte.
Nach ca. einem Jahr fuhr ich für zwei Wochen ins Allgäu und meine Nachbarin, die ebenfalls eine Katze hält, versorgte meinen Schatz. Wäre ich nur nicht gefahren!! Aber wir hatten diese Reise zu viert seit langem geplant und obwohl es mir am Urlaubsort sehr gut gefiel, hatte ich große Sehnsucht nach Snoopy. |
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| Zu meinen Bekannten sagte ich damals, daß dies meine letzte Urlaubsreise sein sollte. Denn es trieb mir von Zeit zu Zeit die Tränen in die Augen, weil der Kleine allein zu Hause war. Fast täglich habe ich die Nachbarin telefonisch genervt. | |||||||||||||||
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| Aber unser Wiedersehen war traumhaft! Ich habe ihm sofort geflüstert, daß er nie mehr tagelang auf mich warten muß und ich auch nicht auf ihn! Er strich mir ständig um die Beine und ich musste ihn dauernd knuddeln. | |||||||||||||||
| Am Wochenende darauf stellte Snoopy das Fressen ein. Ich versuchte einige Alternativen, aber er nahm nichts. Ich las in allen verfügbaren Katzenbüchern nach und im Internet und fand heraus, daß manche Katzen sich mit Fasten kurieren, wenn eine Störung im Organismus vorliegt. Montags war es mir aber genug. Nach Feierabend fuhr ich mit ihm zur Tierärztin. | |||||||||||||||
| Bei der Untersuchung ertastete sie geschwollene Lymphdrüsen am Hals und fand sonst nichts außergewöhnliches. Er war auch fieberfrei. Sie gab ihm eine Aufbauspritze und wir sollten am folgenden Tag zur nächsten Spritze kommen. | ![]() |
Wieder zu Hause legte er sich sofort auf seinen Stammplatz in meinem Bett und schlief. Etwa eine halbe Stunde später kam er zu mir und schmiegte sich eng an meine Beine. Ich nahm ihn hoch, setzte mich auf die Couch und legte ihn zum Streicheln ganz eng neben mich. | |||||||||||||
| Einen Augenblick später bäumte er sich auf und brach vornüber zusammen.
Es war für mich so schrecklich und ich war völlig vor den Kopf geschlagen. Ich hob ihn auf und versuchte Mund-zu-Nasen-Beatmung und Herzmassage, legte ihn dann wieder hin und telefonierte nach der Tierärztin. Die war natürlich nicht zu erreichen. Also habe ich Snoopy ins Auto gelegt und bin durch die Stadt gerast, um einen Tierarzt zu finden. Inzwischen war es so gegen 20.00 Uhr und ich fand keinen. Dann fiel mir ein, daß es in einem Vorort ein Arzt-Ehepaar gibt, welches Praxis und Wohnung im gleichen Haus hat. Dort wurde mir sofort bereitwilligst geöffnet. Nie wieder werde ich zu einem Tierarzt gehen, der nach Feierabend nicht mehr zu sprechen ist. Der Arzt stellte nur Snoopy's Tod fest und bot mir eine Obduktion an, um die Ursache zu klären. Ich war einverstanden, verabschiedete mich von meinem Schatz und verließ die Praxis, nicht ohne vorher auch noch für die Entsorgung des Kadavers zu zahlen. Ich hätte warten können, wollte mich aber nicht in dem Haus aufhalten, in welchem man Snoopy aufschneiden würde. |
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| Seinen Befund sprach mir der Arzt in meine Mailbox: Todesursache ist akutes Kreislaufversagen. Die Lymphen sind geschwollen. Alle Innenorgane sind sehr sehr blass, fast weiß. Die Nieren sind gestaut. Das Herz ist kontrahiert (= zusammengezogen). Die Lunge ist kollabiert. Er wollte sich nicht festlegen, sprach von evtl. Leukose, aber dann die menschliche Form - nicht die kätzische, also Leukämie. Er sagte, für eine 100 %-ige Diagnose müsse er das Tier in ein Labor schicken. Da hatte ich dann genug, das wollte ich nicht auch noch! Sicher ist meine Reaktion falsch gewesen, aber wer reagiert in einer solchen Situation schon richtig?
Auf meinen Wunsch telefonierte die behandelnde Tierärztin am nächsten Tag mit dem obduzierenden Arzt und verließ für dieses Gespräch den Raum, in dem ich mich aufhielt. Anschließend kam sie zurück und sprach auch von Leukämie. Hier möchte ich Snoopy's traurige Geschichte beenden. Jeder Leser kann sich nun selbst ein Bild machen. Ich weiß, daß Snoopy an der Regenbogenbrücke fröhlich spielend auf uns wartet und er weiß, daß wir ihn niemals vergessen werden. |
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